Archiv

Dokumente und Bilder der jüngsten Preisverleihungen – vollständig im Seiteninhalt und nach Jahr geordnet.

„Die Kluft zwischen Alt und Jung ist heute wohl auf keinem Gebiet so tief wie in dem der Kunst und der Dichtung, da mag ein Anlass wie der heutige willkommen sein als Zeichen einer Überbrückung der Gegensätze.“

Hermann Hesse anlässlich der zweiten Preisverleihung am 1. Juli 1962
2024Eckhart Nickel · Amir Gudarzi
Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Eckhart Nickel, Amir Gudarzi und Frank Mentrup bei der Preisverleihung 2024
Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Eckhart Nickel, Amir Gudarzi und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (von links).

Die Preisverleihung fand am Dienstag, 12. November 2024, um 19 Uhr im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses statt.

Hermann-Hesse-Literaturpreis für Eckhart Nickel

Der mit 15.000 € dotierte Hermann-Hesse-Literaturpreis 2024 wurde Eckhart Nickel für seinen Roman Punk verliehen. Nach Hysteria und Spitzweg bildet der Roman den architektonischen Höhepunkt einer ästhetischen Trilogie. Die Jury würdigte ein humanistisches Werk und Nickels „mutigen Immerwieder-Neuanfang“. Die Laudatio hielt Jan Drees vom Deutschlandfunk.

Eckhart Nickel gehörte zum popliterarischen Quintett Tristesse Royale und leitete mit Christian Kracht die Literaturzeitschrift Der Freund in Kathmandu. Hysteria und Spitzweg waren 2018 beziehungsweise 2022 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Eckhart Nickel lebt in Frankfurt am Main.

Hermann-Hesse-Förderpreis für Amir Gudarzi

Der mit 7.500 € dotierte Hermann-Hesse-Förderpreis 2024 wurde Amir Gudarzi für seinen Roman Das Ende ist nah verliehen. Die Jury hob hervor, wie der in Wien lebende Autor Gewalt und Verfolgung in einer Theokratie mit dem Weg durch die rechtsstaatliche Asylbürokratie verbindet und Literatur gegen existenzielle Ausweglosigkeit behauptet. Die Laudatio hielt Dr. Stefan Kister von der Stuttgarter Zeitung.

Die Hochschule für Musik Karlsruhe gestaltete das Begleitprogramm mit „Hesse-Liedern“ op. 44 (Nr. 2 und Nr. 4) und op. 97: Hakyeul Lee (Bariton) und Mariia Sytailo (Sopran), begleitet von Sorim Lee am Klavier. Der Jury gehörten Sandra Kegel, Jan Drees und Dr. Stefan Kister an.

2022Sasha Marianna Salzmann · Steven Uhly
Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Sasha Marianna Salzmann, Steven Uhly und Frank Mentrup bei der Preisverleihung 2022
Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann, Sasha Marianna Salzmann, Steven Uhly und Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (von links).

Die Preisverleihung fand am Freitag, 4. November 2022, um 19 Uhr im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses statt. Dr. Maike Albath hielt die Laudatio auf Sasha Marianna Salzmann; Jan Drees hielt die Laudatio auf Steven Uhly.

Hauptpreis für Im Menschen muss alles herrlich sein

Der mit 15.000 € dotierte Hauptpreis ging an Sasha Marianna Salzmann. Der Roman erzählt von Müttern und fremd gewordenen Töchtern aus der Ukraine von den 1970er-Jahren bis 2017. Die Jury würdigte die einfühlsamen Bilder und die literarisch eigenwillige Suchbewegung durch migrantische und postmigrantische Biografien.

Förderpreis für Die Summe des Ganzen

Steven Uhly erhielt den damals mit 5.000 € dotierten Förderpreis. In einer Pfarrkirche nahe Madrid entfaltet der Roman eine Geschichte von Kindesmissbrauch, Schuld und Rache; im Zentrum steht ein Mensch, der „unterm Rad“ landet und sich wieder aufrichtet.

Laudationes

2020Iris Hanika · Nadine Schneider
Frank Mentrup, Nadine Schneider, Iris Hanika und Hansgeorg Schmidt-Bergmann bei der Preisverleihung 2020
Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Nadine Schneider, Iris Hanika und Prof. Dr. Hansgeorg Schmidt-Bergmann (von links). Verleihung am 29. Oktober 2020 im Bürgersaal.

Hauptpreis für Iris Hanika

Der mit 15.000 € dotierte Hermann-Hesse-Literaturpreis ging an Iris Hanika für den bei Droschl erschienenen Roman Echos Kammern. Die Jury würdigte die verbindende Kraft einer in feinste Nuancen dringenden Sprache und den zwischen Rom, New York und Berlin entstehenden Reflexionsraum.

Die 1962 in Würzburg geborene und in Berlin lebende Autorin war 2017/2018 Stipendiatin der Villa Massimo in Rom.

Förderpreis für Nadine Schneider

Nadine Schneider erhielt den damals mit 5.000 € dotierten Förderpreis für den Debütroman Drei Kilometer. Er führt in das Rumänien des Sommers 1989 und erzählt von einer jungen Frau zwischen zwei Männern, zwischen Bleiben und Gehen. Die Jury hob hervor, wie der Roman den schmalen Grat zwischen Treue und Verrat mit schwebender Ambivalenz ausmisst.

Die 1990 in Nürnberg geborene Tochter von Auswanderern aus dem Banat veröffentlichte den Roman 2019 bei Jung und Jung in Salzburg und Wien.

Der Jury gehörten Bettina Schulte von der Badischen Zeitung, Dr. Stefan Kister von der Stuttgarter Zeitung und Andreas Platthaus von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an.

Laudationes

Texte, Bildunterschriften und Dokumente: öffentlicher Bestandsstand der Stiftung vom 27. August 2026. Die für 2022 und 2020 genannten Förderpreis-Dotierungen sind historische Beträge; aktuell beträgt der Förderpreis 7.500 Euro.